#55 Wenn das Ende deiner To-do-Liste nie kommt
Shownotes
Viele Menschen sehnen sich nach dem Moment, an dem endlich alles erledigt ist. Der Moment, an dem die To-do-Liste leer ist, Ruhe einkehren darf und Entspannung möglich wird. Doch was, wenn dieser Moment nie kommt? In dieser Episode geht es um das ständige Gefühl, noch etwas tun zu müssen. Um volle Wochenenden, nie endende Aufgabenlisten und die Schwierigkeit, wirklich abzuschalten. Du erfährst, warum manche Menschen ständig beschäftigt sind, weshalb Ruhe sogar Unruhe auslösen kann und was hinter dem inneren „Ich müsste eigentlich noch …“ steckt. Nach dieser Folge wirst du verstehen, warum das Ende deiner To-do-Liste oft weniger mit Zeitmanagement zu tun hat als mit dem, was passiert, wenn plötzlich nichts mehr zu tun ist.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Viele Menschen glauben, sie seien erschöpft weil Sie zu viel tun.
00:00:04: Aber manche tun soviel, weil sie Angst vor dem haben was auftaucht wenn sie nichts mehr tun.
00:00:12: und genau darüber sprechen wir heute.
00:00:15: herzlich willkommen zur Neuro-Liebe.
00:00:21: Es ist Zeit für mehr mehr Leben mehr Du mehr Freiheit.
00:00:25: Neuro-Liebe ist dein Schlüssel für ein selbstbestimmtes Leben im Einklang mit deinem Nervensystem.
00:00:31: Verstehen, fühlen, handeln!
00:00:34: Ich möchte heute darüber sprechen wie es ist wenn man immer beschäftigt ist und während ich das sage denkst du dir vielleicht ja so'n Leben ist ja auch anstrengend und es gibt so viele Dinge zu tun zwischen Arbeit Familie Haushalt Terminverpflichtung.
00:00:53: Aber darum geht es heute nicht, sondern ich spreche von was anderem.
00:00:58: Ich spreche vom Menschen bei denen die To-do-Listen nie enden!
00:01:04: Nicht weil sie nie endet, sondern weil Sie nie endend darf.
00:01:09: und das ist ein großer Unterschied.
00:01:12: Und wie man so schön sagt I have been there.
00:01:16: Ich war genau so ein Mensch und ich kenne mich da sehr gut mit aus.
00:01:22: Deswegen lade ich Dich heute ein mal mit mir in dieses Thema zu springen.
00:01:28: Kennst du das, dass du morgens aufwachst?
00:01:31: und noch bevor du richtig wach bist?
00:01:34: Läuft der Tag bereits in deinem Kopf ab!
00:01:38: Was heute erledigt werden muss, welche Termine anstehen was noch offen ist woran du denken musst, was du auf keinen Fall vergessen darfst.
00:01:46: und zack hast du das Handy in der Hand machst dir Notizen-Termine setzt ihr irgendwo vielleicht noch ein Wecker oder eine Erinnerung und dann frühstückst du.
00:01:57: Und während du Frühstück planst, du aber eigentlich schon den Nachmittag und du gehst vielleicht mit dem Hund spazieren und dabei denkst du über die Woche nach nicht über diese sondern über die nächste oder über die danach.
00:02:12: Du sitzt auch gerne abends auf dem Sofa und plötzlich fällt dir ein dass du noch die Wäsche machen könntest oder die Küche oder die Steuer, oder noch diese eine E-Mail.
00:02:25: Oder eigentlich wäre jetzt vielleicht auch ein guter Zeitpunkt um endlich mal... Kennst du dieses eigentlich?
00:02:35: Dieses Gefühl von eigentlich müsste ich noch!
00:02:40: Was sich so komplett automatisch zu dir einlädt, sobald du dich hinsetzt, innehältst Pause machst?
00:02:50: Denn dein Kopf, der hat vielleicht schon die Idee das Pause eine gute Idee ist.
00:02:55: Du weißt es ja eigentlich auch und ich bin mir sicher auch deinen Körper hat schon mal angeklopft und gefragt wie wär's denn so mal mit Pause?
00:03:05: Aber dann kommt immer noch dieses Eigentlich müsste ich noch und wenn du den dann aber mal sitzt Und nicht die Wäsche machst Dann schreibst du mindestens auf dass die Wäsche noch gemacht werden muss.
00:03:22: Und viele, viele Menschen und ganz sicher auch viele von euch verbringen mit diesem Satz eigentlich müsste ich noch ihr gesamtes Leben?
00:03:36: Eigentlich müsste ich doch!
00:03:39: Eigentlich sollte ich noch.
00:03:41: Eigentlich wäre jetzt der richtige Zeitpunkt für oder auch ein... eigentlich könnte ich diese Zeit jetzt sinnvoller nutzen.
00:03:53: Und das Verrückte ist Wenn eine Aufgabe erledigt ist, entsteht oft keine Entspannung.
00:04:01: Sondern einfach die nächste Aufgabe!
00:04:05: Fast so als gäbe es irgendwo im Inneren eine Stimme, die sagt weiter, weiter... ...blos nicht stehen bleiben und du als Mensch freust dich vielleicht auf das Wochenende und wenn das Wochenend das freie Wochenende da ist füllst du's komplett mit privaten Terminen und Tudus, die ja schon so lange auf der Tuduliste sind.
00:04:34: Und die jetzt wirklich mal erledigt werden müssen!
00:04:39: Oder du freust dich auf den Urlaub?
00:04:41: Und kaum bist du angekommen überlegst du dir ein nächstes Projekt.
00:04:50: Vielleicht freust Du Dich auch auf den Feierabend aber eigentlich gibt es gar keinen Feier-Abend Denn sobald du zu Hause bist, startest du das nächste.
00:05:06: Und von außen sieht es leider, sage ich an dieser Stelle oft beeindruckend aus.
00:05:14: Genauso war das bei mir!
00:05:15: Alle haben mich für super strukturiert, organisiert, produktiv gehalten, ehrgeizig, zielorientiert aber innerlich fühlt sich das oft ganz anders an.
00:05:36: Wie so ein Rennen, in dem es keine Ziellinie gibt oder sich diese Ziellinie immer verschiebt, sobald du sie fast erreicht hast und vielleicht kennst du dieses Gefühl von wenn ich das noch geschafft habe dann kann ich endlich entspannen Und dann schaffst du das?
00:06:01: Vielleicht sogar noch eine Sache mit dazu mehr als du dir eigentlich vorgenommen hattest, aber dann kommt einfach das nächste wenn dieses Projekt abgeschlossen ist.
00:06:15: Und dann kommt immer dann!
00:06:19: Wenn die Kinder größer sind, dann?
00:06:21: Wenn die Arbeit ruhiger wird,
00:06:23: dann?!
00:06:24: Wenn der Umzug geschafft ist,
00:06:26: dann!?
00:06:28: Wenn... Dann?
00:06:29: Wenn...?
00:06:30: Dann?
00:06:31: Und irgendwann fällt auf dieses Dann Kommt nie.
00:06:38: Manche Menschen können sich kaum erinnern, wann sie das letzte Mal wirklich nichts getan haben und ich meine wirklich Nichts!
00:06:47: Nicht Netflix nicht Handy nicht nebenbei organisieren kurz noch was aufschreiben?
00:06:54: Nicht überlegen nicht planen nicht optimieren Ich meine wirklich nichts.
00:06:59: einfach nur da sein.
00:07:02: Und genau dort wird es interessant Denn oft entsteht in diesen Momenten etwas.
00:07:09: Und das ist Unruhe!
00:07:13: Nicht weil etwas passiert, sondern weil nichts passiert.
00:07:19: Plötzlich wird es still und mit der Stille taucht etwas auf – vielleicht Erschöpfung?
00:07:27: Vielleicht Traurigkeit?
00:07:29: Vielleicht Einsamkeit?
00:07:31: Vielleicht eine
00:07:32: Sehnsucht?!
00:07:34: Vielleicht die Erkenntnis, dass etwas im eigenen Leben schon lange nicht mehr richtig passt.
00:07:41: Und genau deshalb glaube ich das viele Menschen gar kein Zeitproblem haben!
00:07:48: Sie haben ein Sicherheitsproblem.
00:07:51: Denn Beschäftigung kann unglaublich beruhigend sein.
00:07:55: Solange ich etwas tue muss sich nichts fühlen.
00:07:59: Solang ich etwas löse muss sich nix anschauen Solange ich beschäftigt bin, muss sich nichts stehen bleiben.
00:08:08: Und bitte, bitte, Bitte verstehe mich nicht falsch!
00:08:12: Ich sage nicht dass jeder aktive Mensch für etwas davon läuft.
00:08:17: Es gibt Menschen die Dinge erschaffen Die begeistert sind, die Projekte lieben, die neugierig sind.
00:08:23: Darum geht es nicht – ich spreche von dem Moment in dem Aktivität nicht mehr frei gewählt wird Sondern notwendig wird Wenn Ruhe Schuldgefühle macht, wenn Pausen verdient werden müssen, wenn Entspannung sich faul anfühlt.
00:08:44: Wenn du krank wirst und trotzdem denkst – eigentlich könnte ich doch jetzt!
00:08:51: Wenn dein Körper nach Pause schreit und dein Kopf antwortet nur noch dieses eine Ding.
00:09:00: Viele Menschen glauben sie seien erschöpft weil sie zu viel tun.
00:09:05: Aber manche tun so viel, weil sie Angst vor dem haben was auftaucht wenn sie nichts tun.
00:09:14: Und oft beginnt dieses Muster nicht im Erwachsenenalter, nicht hier und jetzt.
00:09:20: Manche Menschen haben sehr früh ganz früh gelernt Gefühle lösen kein Problem Funktionieren schon Handeln schon Verantwortung übernehmen schon Weitergehen schon.
00:09:39: Vielleicht hat es Chaos kreiert, vielleicht Konflikte, vielleicht Überforderungen, vielleicht Dinge die ein Kind weder lösen noch verstehen konnte.
00:09:52: und irgendwann lernt das Nervensystem stillstehen hilft nicht vorwärtshilft tun hilft funktionieren hilft.
00:10:01: Und Jahre später wirkt das dann wie Ehrgeiz?
00:10:04: Wie Disziplin?
00:10:05: Wie Belastbarkeit.
00:10:07: Dabei ist es manchmal einfach nur eine sehr alte Überlebensstrategie in neuer Kleidung.
00:10:14: Und vielleicht hörst du diese Folge gerade und erkennst dich an manchen Stellen wieder?
00:10:20: Dann geht es nicht darum ab morgen nichts mehr zu tun, das wäre geradezu überwältigend für dein Narfensystem – und es geht auch nicht darum, Aktivität schlechtzumachen!
00:10:32: Vielleicht reicht heute eine einzige ehrliche Frage... Wenn morgen alle Aufgaben erledigt wären, wirklich alle würdest du dich entspannen?
00:10:49: Könntest du dichentspannen und könntest du das genießen oder würdest Du sofort anfangen neue Aufgaben zu suchen.
00:11:01: Und falls die Antwort dich gerade nachdenklich macht dann bist du vielleicht näher an einem ganz wichtigen Punkt als du denkst.
00:11:13: Ich sag dann gerne, bei mir im Neuro-Liebeclub.
00:11:17: Dann hast du Gold gefunden!
00:11:21: Denn manchmal erzeugen wir unbewusst unseren eigenen Sturm nicht weil wir Geschwindigkeit lieben oder das Risiko sondern weil wir Angst haben vor dem was in der Stille auf uns wartet.
00:11:38: und genau darüber sprechen wir in der nächsten Folge Denn manchmal verlieren wir uns nicht nur in Aufgaben, sondern auch an anderen Menschen.
00:11:49: In diesem Sinne alles Liebe und Gute für dich!
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