#56 Warum du immer an die anderen denkst
Shownotes
Viele Menschen tragen eine tiefe Verantwortung für Harmonie, Verbindung und das Wohlbefinden anderer in sich. Sie spüren Stimmungen, nehmen Rücksicht und kümmern sich. Oft so selbstverständlich, dass sie gar nicht bemerken, wie weit sie sich dabei von ihren eigenen Bedürfnissen entfernt haben. In dieser Folge schauen wir gemeinsam auf die unsichtbare Last hinter diesem Muster und darauf, warum dein Nervensystem möglicherweise gelernt hat, Verbindung über alles andere zu stellen. Eine Folge über Zugehörigkeit, Schuldgefühle, Grenzen und die Sehnsucht, du selbst sein zu dürfen, ohne die Verbindung zu verlieren.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Du sagst ja, obwohl dein Bauch nein sagt.
00:00:03: Du lächelst, obwohl du eigentlich erschöpft bist.
00:00:06: Du nimmst Drücksicht!
00:00:08: Du verstehst, du erklärst... ...du entschuldigst dich und irgendwann fragst du Dich Wann habe ich eigentlich aufgehört auf mich selbst zu hören?
00:00:18: Darüber sprechen wir heute in Neuro-Liebe.
00:00:22: Schön dass du da bist und herzlich willkommen.
00:00:28: Es ist Zeit für mehr, mehr Leben, mehr Du Mehr Freiheit.
00:00:32: Neuro-Liebe ist dein Schlüssel für ein selbstbestimmtes Leben im Einklang mit deinem Nervensystem Verstehen, fühlen, handeln.
00:00:41: Vielleicht gehörst du zu den Menschen die man gerne um sich hat Denn wenn jemand Hilfe braucht bist du da.
00:00:48: Wenn jemand reden möchte nimmst du dir Zeit und hörst zu.
00:00:52: Wenn irgendwo Spannung entsteht versuchst Du zu vermitteln Und wenn jemand traurig ist, merkst du das manchmal sogar bevor die Person selbst es sagen kann.
00:01:05: Du denkst mit!
00:01:06: Du kümmerst dich!
00:01:08: Du vergisst keinen Geburtstag!
00:01:10: Du fragst nach!
00:01:11: Du bist interessiert!
00:01:13: Du erinnerst dich an Dinge, die andere längst vergessen haben und wahrscheinlich hast du dafür schon oft Anerkennung bekommen.
00:01:23: Menschen beschreiben dich als empathisch, als fürsorglich, als verständnisvoll.
00:01:29: Als jemanden der immer für andere da ist und auf den man sich verlassen kann – und all das stimmt vermutlich auch!
00:01:39: Aber heute möchte ich mit dir über die andere Seite sprechen, die kaum jemand sieht... Denn viele Menschen, die unglaublich gut darin sind andere wahrzunehmen haben irgendwann verlernt sich selbst wahr zu nehmen.
00:01:57: Und dann kann es sein dass du auf die Frage wie geht's eigentlich dir gar nicht direkt eine Antwort hast weil du es nicht greifen kannst.
00:02:11: Du weißt zwar sehr genau wie es anderen geht.
00:02:15: Du spürst die Spannung, du bemerkst die Stimmung.
00:02:18: Du merkst wenn jemand enttäuscht ist oder traurig.
00:02:21: Du merks wenn etwas nicht stimmt.
00:02:24: aber wie geht es eigentlich dir?
00:02:29: Das ist eine schwierige Frage für dich!
00:02:32: Was brauchst du was möchtest du?
00:02:35: Was fühlt sich für dich richtig an?
00:02:38: diese Fragen sind für dich überraschend schwer Und selbst wenn du es weißt, fällt es dir manchmal unglaublich schwer dazu zu stehen und es zu formulieren.
00:02:53: Dann passiert es dir ganz leicht dass du dich eigentlich auf den Abend mit dir gefreut hast.
00:03:01: Du bist müde!
00:03:02: Du bist vielleicht auch erschöpft und du freust dich das heute Abend nichts mehr ansteht.
00:03:09: Und dann klingelt das Telefon und eine gute Freundin möchte reden.
00:03:17: Also bist du da, und hörst zu!
00:03:21: Und als ihr euch verabschiedet... Da tust du das mit Liebe.
00:03:29: Mit einem Gefühl von Es hat sich gut angefühlt für sie dazu sein.
00:03:38: Ich konnte eher helfen.
00:03:40: Sie fühlt sich jetzt besser Aber in dem Moment, wo du aufgelegt hast verändert sich dieses gute Gefühl für den anderen da gewesen zu sein vielleicht in eine Lehre.
00:03:57: In ein Gefühl von eigentlich wollte ich doch heute Abend alleine sein!
00:04:06: Eigentlich hätte ich eher Ruhe gebraucht.
00:04:11: Eigentlich war meine Batterie schon leer Und vielleicht kennst du dieses Wort eigentlich sehr gut.
00:04:22: Denn es taucht oft erst auf, wenn die Situation längst vorbei ist!
00:04:28: Eigentlich wollte ich etwas anderes.
00:04:32: Eigentlich hätte ich nein sagen wollen... Eigentlich war mir das zu viel und während du das fühlst beginnt dein Kopf schon zu relativieren, dir zu erklären wie wichtig es aber doch ist für Freunde da zu sein und dass diese Freundin dich nun einfach gerade heute eben gebraucht hat.
00:04:55: Und das dafür ja auch Freunde da sind und dass das schon okay ist weil das ja auch nicht jeden Abend so ist.
00:05:03: Ja und so ist das und so is das oft!
00:05:08: Und vielleicht kennst du auch den Moment in dem es dir mit etwas nicht gut geht.
00:05:16: Indem du etwas ansprechen möchtest, was dich vielleicht beschäftigt, vielleicht auch verletzt hat – etwas das sich nicht gut angefühlt hat für dich!
00:05:29: Und während du plans das anzusprechen beginnt auch hier dein Kopf zu relativieren.
00:05:36: Sich zu fragen wie wird die andere Person wohl reagieren?
00:05:43: Verletzig Sie vielleicht auch mit meinem Feedback mache ich die Situation schlimmer.
00:05:49: Ist es überhaupt am Ende eigentlich wirklich wichtig gewesen oder lasse ich es vielleicht auch einfach?
00:05:56: Vielleicht schlucke ich's auch einfach runter, vielleicht ist es einfach viel einfacher nichts zu sagen.
00:06:05: und während diese ganzen Gedanken laufen passiert etwas ganz Interessantes – Die Aufmerksamkeit!
00:06:14: Die Verbindung wandert weg von dir, weg vom deinem Gefühl, weg von deiner Wahrheit hin zur anderen Person.
00:06:22: Hin zu ihrer möglichen Reaktion, hin zu Ihrer möglichen Enttäuschung, hinzu Ihrer mögliche Verletzung.
00:06:31: und plötzlich wird die Frage wie geht es mir damit ersetzt durch?
00:06:39: Wie geht es der Anderen Person damit?
00:06:45: Und vielleicht hast du irgendwann gelernt, dass Verbindung wichtiger ist als Wahrheit.
00:06:52: Deine Wahrheit!
00:06:54: Das Harmoniewichtiger ist als Ehrlichkeit das Anpassung sicherer ist als Sichtbarkeit.
00:07:01: Das Zugehörigkeit wichtiger isst als die eigenen Bedürfnisse.
00:07:14: lernt genau solche Dinge.
00:07:19: Es beobachtet, es speichert Erfahrung, es zieht daraus Schlüsse und irgendwann entsteht daraus eine innere Logik Eine Sicherheitslogik des Nervensystems Indem die Stimmung der anderen wichtig ist In dem Harmonie wichtig ist Zugehörigkeit wichtig ist Niemanden zu enttäuschen wichtig is Niemandem zu verletzen wichtig ist.
00:07:50: Und ganz wichtig ist, immer die Verbindung aufrechtzuerhalten!
00:07:56: Weil das Nervensystem unglaublich intelligent ist wird es darin immer besser.
00:08:03: Man könnte sagen, es entwickelt fast einen sechsten Sinn.
00:08:07: Es optimiert Es fängt an Gesichter zu scannen Stimmen zu scannon Stimmungen zu scannen Beziehungen zu scannen.
00:08:19: Ist schaut ständig?
00:08:21: Ist noch alles in Ordnung?
00:08:23: Ist jemand verärgert, ist jemand enttäuscht?
00:08:25: Muss ich etwas tun, muss sich etwas klären, muss ich etwas reparieren?
00:08:30: Von außen wirkt das oft wie besondere Empathie.
00:08:36: und ja Empathiek gehört dazu!
00:08:38: Und Empathies was ganz Feines.
00:08:41: aber manchmal steckt dahinter eben auch etwas anderes Ein Nervensystem, das gelernt hat, dass Verbindung Sicherheit bedeutet.
00:08:51: Koste es was es wolle!
00:08:54: Und genau deshalb können Konflikte sich manchmal viel größer anfühlen als sie es objektiv sind.
00:09:02: und damit du es besser greifen kannst mache ich einfach mal ein Beispiel und ich glaube wir haben das alle schonmal erlebt, dass eine Person kurz angebunden ist Und dein Kopf als Reaktion darauf anfängt zu arbeiten und sich fragt, habe ich was falsch gemacht?
00:09:22: Oder du verschickst eine Nachricht die erstmal für Stunden ja vielleicht auch für Tage unbeantwortet bleibt.
00:09:29: Dein System wird richtig unruhig und denkt ist alles in Ordnung?
00:09:35: oder du nimmst wahr dass jemand sich irgendwie distanziert wenig Zeit hat bei dir und denkst ja vielleicht liegt das an mir, vielleicht hätte ich etwas anders machen sollen.
00:09:51: Vielleicht hätte ich was besser machen müssen!
00:09:54: Und vielleicht kennst du diese Gedanken?
00:09:56: Und vielleicht kennst du auch die Schuldgefühle.
00:10:00: Diese Schuldgefülle, die auftauchen obwohl du objektiv gar nichts falsch gemacht hast.
00:10:08: aber so fühlst du dich wenn du nein sagst.
00:10:12: Fühlst du Dich irgendwie schuldig Wenn Du Grenzen setzt?
00:10:17: Fühlst du dich irgendwie schuldig?
00:10:20: Wenn du dich um dich selbst kümmerst, fühlst du Dich irgendwie schul-dich.
00:10:27: Und wenn Du mal nicht helfen kannst, nicht zur Stelle bist, hast Du das Gefühl, Du musst das erklären und füllst Dich am Ende des Tages trotzdem irgendwie schu-ldig!
00:10:39: Und ein Teil in Dir fragt sich sofort.
00:10:42: War das egoistisch?
00:10:44: War das zu viel?
00:10:45: War es okay?
00:10:46: Das Spannende daran ist, viele Menschen merken gar nicht wie viel Energie das kostet.
00:10:53: Weil es so normal geworden ist, weil sie schon so lange genauso tun jeden Tag, weil Sie gar nicht mehr richtig wissen oder fühlen, wie es anders wäre.
00:11:07: aber irgendwann beginnt der Preis dieser Anpassung sichtbar zu werden.
00:11:15: Man merkt, dass Entscheidungen schwerer werden.
00:11:17: Weil man immer zuerst an alle anderen denkt, man merkt das Grenzen.
00:11:22: schwerer wird weil man immer zuerst die Bedürfnisse der Anderen wahrnimmt.
00:11:27: Man merke, dass man erschöpft ist nicht unbedingt körperlich vielleicht eher innerlich weil man ständig Verantwortung trägt Verantwortung für Stimmung, Verantwortung für Frieden, Verantwortung Verantwortung für Dinge, die eigentlich gar nicht... ...die eigene Verantwortung sind.
00:11:52: Und irgendwann tauchen Fragen auf.
00:11:55: Warum weiß ich eigentlich nicht mehr was Ich will?
00:12:00: Warum fällt es mir so schwer Entscheidungen zu treffen?
00:12:05: Warum habe ich ständig Schuldgefühle?
00:12:09: Warum fällt es mir So schwer andere zu enttäuschen?
00:12:14: Warum fühle ich mich verantwortlich Für Dinge die gar nicht meine Aufgabe sind.
00:12:21: Und wenn wir das neurobiologisch betrachten, dann ergibt das alles erstaunlich viel Sinn!
00:12:27: Denn dein Nervensystem interessiert sich nicht für richtig oder falsch – es interessiert dich für Sicherheit.
00:12:34: und wenn dein Nervensystem irgendwann gelernt hat, dass Verbindung Sicherheit bedeutet, dann wird es alles dafür tun diese Verbindung zu erhalten.
00:12:45: Dann wird Anpassung zu einer Sicherheitsstrategie Dann wird Harmonie zu einer Sicherheitsstrategie, dann wird Rücksicht zu einer Sicherheitstrategie.
00:12:55: Dann wird das Wahrnehmen anderer zu einer Security-Strategie.
00:13:00: Das bedeutet nicht dass mit dir etwas nicht stimmt.
00:13:03: ganz im Gegenteil.
00:13:05: der Nervensystem macht genau das was Nerven Systeme tun es versucht Sicherheit herzustellen.
00:13:13: Die Herausforderung entsteht erst dann, wenn diese Strategie irgendwann wichtiger wird als du selbst.
00:13:22: Wenn die Verbindung zu anderen stärker wird als die Verbindungen zu dir – und vielleicht liegt genau dort die eigentliche Sehnsucht!
00:13:33: Denn tief darunter geht es oft gar nicht um Harmonie.
00:13:38: Es geht nicht darum, es allen rechtzumachen.
00:13:45: angepasst zu sein.
00:13:46: Die eigentliche Sehnsucht ist häufig eine ganz andere!
00:14:17: und dabei die Verbindung zu dir selbst nicht zu verlieren.
00:14:26: Vielleicht ist das die Erfahrung, die deinem Nervensystem bis heute fehlt, zu der es keinen Resonanzpunkt gibt?
00:14:38: Die Erfahrung dass du ehrlich sein darfst und trotzdem geliebt wirst, dass du nein sagen darfst dass du Grenzen setzen darfst und trotzdem verbunden bleibst, das du dich zeigen darfst ohne die Verbindung zu verlieren.
00:15:00: Und vielleicht magst Du deshalb heute eine einzige Frage für Dich mitnehmen!
00:15:07: Wo in meinem Leben stelle ich Verbindung über Wahrheit?
00:15:23: Alles Liebe und Gute für dich.
00:15:26: Schön, dass du hier bist!
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