#58 Warum du nicht vorankommst – obwohl du genau weißt, dass sich etwas verändern müsste.
Shownotes
Das Gefährliche an Nebel ist nicht, dass du den Weg nicht sehen kannst. Das Gefährliche ist, dass du irgendwann stehen bleibst. Und Stillstand sich plötzlich sicherer anfühlt als Bewegung. Vielleicht kennst du das Gefühl, ständig über etwas nachzudenken, Informationen zu sammeln oder auf den richtigen Zeitpunkt zu warten – und trotzdem nicht wirklich voranzukommen. Nicht weil dir Motivation fehlt. Nicht weil du faul bist. Sondern weil dein Nervensystem versucht, dich vor Unsicherheit, Überforderung oder Enttäuschung zu schützen. In dieser Folge sprechen wir darüber, • warum wir uns manchmal im Kreis drehen • weshalb Entscheidungen im Nebel so schwer werden • warum „Vielleicht“ oft eine Schutzstrategie ist • wie Stillstand entsteht • und weshalb Klarheit häufig erst durch Handeln entsteht
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Transkript anzeigen
00:00:00: Das gefährliche Ernebel ist nicht, dass du den Weg nicht sehen kannst.
00:00:05: Das Gefährliche ist das du irgendwann stehen bleibst und stillstand sich plötzlich sicherer anfühlt als Bewegung.
00:00:14: Darüber spreche ich heute in Neuro-Liebe.
00:00:17: Schön, dass Du da bist!
00:00:22: Es ist Zeit für mehr, mehr Leben, mehr Du, mehr Freiheit.
00:00:26: Neuro-Liebe ist dein Schlüssel für ein selbstbestimmtes Leben im Einklang mit deinem Nervensystem.
00:00:32: Verstehen, fühlen, handeln!
00:00:34: Bist du schon einmal im Dichtennebel auf einer Landstraße unterwegs gewesen?
00:00:40: Vielleicht ganz früh morgens oder spät abends und du konntest nur noch erahnen wo die Straße lang führt.
00:00:52: und du weißt die Straße ist da Aber du kannst sie eben nicht mehr richtig gut sehen.
00:00:59: Deine Sicht wird schlechter, damit nimmt auch deine Orientierung ab und vor allen Dingen die Vorhersehbarkeit!
00:01:08: Denn du kannst noch sehen was so wie direkt vor dir ist aber nichts mehr in der Ferne.
00:01:15: und dann passiert ganz automatisch folgendes Wir bremsen ab wir werden langsamer wir fahren vorsichtiger Vielleicht halten wir auch das Lenkrad ein bisschen fester, wir konzentrieren uns mehr.
00:01:29: Ja vielleicht kneifen wir sogar die Augen ein bisschen zusammen, versuchen uns vielleicht mit Nebelscheinwerfern zu helfen weil wir einfach nicht sicher sind was passieren könnte.
00:01:41: und genau dieses vielleicht dass vielleicht eine Rehe auf der Straße laufen könnte das vielleicht eine Kurve kommt Ein entgegenkommendes Auto Dieses vielleicht verändert dein Verhalten.
00:01:59: Nicht weil es wirklich eine tatsächliche Gefahr geben muss, sondern weil du sie nicht mehr ausschließen kannst!
00:02:08: Weil du schlichtweg im Nebel nicht ausreichend Informationen bekommst – keine Vorhersehbarkeit über die Straßenführung, Tieraugen im Dunkeln, die du am Straßenrand erkennen kannst.
00:02:31: Das heißt, die tatsächliche Gefahr hat nicht wirklich zugenommen aber das Gefühl hat sich verändert und wenn wir das jetzt auf die heutige Zeit in dieser Welt übertragen dann habe ich manchmal das Gefühl dass viele Menschen genauso durchs Leben gehen Nicht weil sie tatsächlich gefährdet sind in diesem Moment, im Hier und Jetzt sondern weil Sie sich fühlen als würden sie durch Nebel laufen.
00:03:04: Sie wissen das irgendwo ein Weg ist!
00:03:07: Sie wissen vielleicht sogar wohin Sie eigentlich möchten aber Sie können nicht weit genug sehen um sich wirklich sicher zu fühlen.
00:03:18: Und dann passiert was ganz Spannendes Sie werden langsamer, vorsichtiger vielleicht auch zurückhaltender.
00:03:27: Sie warten ab und irgendwann bleiben sie stehen nicht weil sie nicht wollen sondern weil stillstand sich plötzlich sicherer anfühlt als Bewegung.
00:03:44: Und vielleicht kennst du solche Gedanken die sich dann einladen in Form von ich brauche noch etwas Zeit oder ein, ich muss noch einmal darüber nachdenken.
00:04:00: Oder ein, Ich bin mir noch nicht sicher!
00:04:04: Vielleicht später vielleicht morgen?
00:04:06: Vielleicht wenn ich mehr Klarheit habe?
00:04:09: Vielleicht Wenn ich mich breit fühle?
00:04:14: Vielleicht, wenn ich weiß was sich wirklich will.
00:04:18: und je länger wir auf dieses vielleicht warten, desto normaler wird es für uns.
00:04:25: Denn das Verrückte am Nebel ist, man gewöhnt sich daran.
00:04:29: Man gewöhnet sich daran nicht genau zu wissen was man möchte!
00:04:33: Man gewöhnt sich daran Entscheidungen aufzuschieben... ...man gewöhn't sich daran Dinge offenzulassen.... Man gewönnt sich dran zu warten und irgendwann fällt einem gar nicht mehr auf wie viel Zeit man eigentlich in diesem Warten verbringt.
00:04:52: Weil vielleicht wolltest du schon längst etwas verändern.
00:04:56: Vielleicht beruflich, vielleicht in einer Beziehung, vielleicht gesundheitlich... Vielleicht gibt es etwas was innen drin schon lange ruft und verändert werden möchte!
00:05:11: Und trotzdem merkst du und beobachtest dich dabei dass nichts passiert oder zumindest nicht viel.
00:05:19: Vielleicht sammelst du eine Menge Informationen.
00:05:23: Liest Bücher, hörst Podcasts, machst Kurse, denkst nach, sprichst mit Freunden und trotzdem kommst du irgendwie nicht wirklich ins Handeln!
00:05:37: Und das Verrückte daran ist von außen wirkt das oft unglaublich vernünftig weil Du bist ja so reflektiert Du denkst nach, du handelst nicht impulsiv.
00:05:52: Du wägst ab und du möchtest ja gute Entscheidungen treffen!
00:05:57: Und all das klingt erstmal total gesund und richtig oder?
00:06:03: Doch manchmal steckt etwas anderes dahinter, manchmal dient all dieses Nachdenken gar nicht dazu Klarheit zu schaffen sondern Klarheit Sag das noch einmal, weil es so wichtig ist.
00:06:26: Manchmal dient all dieses Nachdenken nicht dazu Klarheit zu schaffen Sondern tatsächlich Klarheit Zu vermeiden.
00:06:38: Denn klar hat halt eine Eigenschaft Klarheit verlangt Bewegung Verlangt dass du dann losgehst Weil wenn ich wirklich weiß was ich möchte entsteht doch eine neue Frage und jetzt?
00:06:56: Und wenn ich wirklich weiß, dass sich diesen Job nicht mehr machen möchte.
00:07:03: Und jetzt?
00:07:06: Wenn ich wirklich weiss, das mir diese Beziehung nicht mehr gut tut.
00:07:11: Und Jetzt?
00:07:13: Wenn Ich wirklich weiß Dass ich mich zeigen möchte Für mich einstehen möchte Grenzen setzen möchte Ja was dann?
00:07:23: Klarheit!
00:07:25: Erzeugt immer Verantwortung.
00:07:29: Klarheit erzeugt auch Bewegung.
00:07:32: Klarkeit erzeugte Konsequenzen und genau deshalb kann Unklarheit manchmal erstaunlich bequem werden, denn solange ich nicht genau weiß was sich will muss ich auch nichts riskieren.
00:07:48: Solang ich nicht weiß was ich will, muss ich keine Entscheidung treffen.
00:07:52: Solange ich mich genau weiß, was ich und mir immer wieder erzählen, dass ich noch mehr wissen muss, das sich mir noch mehr Zeit geben darf.
00:08:05: Und das fühlt sich in diesem Fall für das Nervensystem oft sicherer an – besonders dann wenn wir Erfahrungen gemacht haben, in denen Entscheidungen unangenehm war!
00:08:19: Und vielleicht hast du Entscheidungen getroffen in deinem Leben die schief gegangen sind?
00:08:24: Vielleicht wurdest du dafür kritisiert Ja, vielleicht bist du auch gescheitert mit einer Idee.
00:08:30: Vielleicht wurdest du enttäuscht?
00:08:32: Vielleicht hast du erlebt das Veränderung schmerzhaft sein können und dein Nervensystem hat daraus gelernt.
00:08:41: Vorsicht!
00:08:42: Lieber nochmal prüfen lieber noch einmal überlegen lieber noch etwas warten denn solange wir warten im Nebel kann nichts passieren.
00:08:53: Das Problem ist nur so lange wir warten Passiert eben auch nichts.
00:09:00: Und genau hier beginnt der eigentliche Stillstand, denn der Nebel betrifft nicht nur Entscheidungen – er betrifgt auch die Beziehung zu uns selbst!
00:09:11: Vielleicht kennst du dieses Gefühl, dass du gar nicht mehr richtig weißt was du willst und auch gar nicht so richtig weiß, was dir wirklich wichtig ist?
00:09:30: Irgendwie ist da nicht nur Nebel im Draußen um dich herum, sondern auch im Innen.
00:09:40: Und je länger dieser Zustand anhält, desto schwieriger werden Entscheidungen!
00:09:45: Ja, destoriskanter werden sie irgendwie weil du dich vielleicht im Nebel auch recht gut eingerichtet hast Denn Entscheidungen stehen nicht nur im Kopf.
00:09:58: Entsteidungen entstehen auch immer aus einem Gefühl, aus einem inneren Wissen – nennen wir es Intuition!
00:10:08: Aus einem Kontakt zu dir selbst.
00:10:13: Wenn aber dieser Kontakt verschwimmt Im Nebel verschwindet dann fühlt sich plötzlich alles unsicher an Dann fühlt die eine Entscheidung vielleicht nicht mehr richtig an, die andere aber eben auch nicht.
00:10:32: und dann entsteht genau dieses Gefühl von ich weiß es einfach nicht.
00:10:36: Ich kann mich nicht entscheiden!
00:10:39: Ich fühle es
00:10:40: nicht.".
00:10:42: Und genau dadurch bestätigt sich dieser Nebel aber immer wieder selbst weil das Nervensystem ja lernt zu entscheiden ist nicht sicher denn wenn Entscheidungen sich unsicher anfühlen erscheint ja warten plötzlich vernünftig.
00:11:04: Und je länger wir warten, desto weniger Kontakt haben wir aber oft zu uns selbst weil dieses Warten hat ja einen Preis!
00:11:15: Es ist also ein ziemlich perfekter Kreislauf.
00:11:20: das tragische daran ist viele Menschen glauben in diesem Zustand ihnen würde Klarheit fehlen Aber ich bin mir nicht sicher, ob das stimmt.
00:11:30: Ich glaube oft, dass die Klarheit eigentlich längst da ist!
00:11:35: Vielleicht ganz leise?
00:11:37: Ganz tief?
00:11:39: Unter all den Gedanken und all den Möglichkeiten unter all den Erklärungen... unter all dem
00:11:46: vielleicht?!
00:11:48: Ich glaube, oft dass Menschen sehr genau spüren was sie möchten.
00:11:54: aber dieses Spüren erzeugt Druck Denn wenn ich spüre, was sich will entsteht ja direkt ein Sog.
00:12:03: Entsteht Bewegung!
00:12:06: Und Bewegung kann eben Unsicherheit bedeuten.
00:12:11: Bewegungen kann Risiko bedeuten Bewegung kann bedeuten dass etwas passieren könnte.
00:12:21: Deshalb frage ich Menschen manchmal nicht Was denkst du?
00:12:26: Sondern was spürst
00:12:27: Du?!
00:12:29: Und häufig kommt die Antwort erstaunlich schnell.
00:12:33: Sie war die ganze Zeit da, nur überlagert von Gedanken und Sorgen und Möglichkeiten – von der Vergangenheit vielleicht auch von der Zukunft, von allem außer vom gegenwärtigen Moment!
00:12:51: Denn das ist vielleicht die größte Besonderheit des Nebels, erlebt selten im Hier-und-Jetzt.
00:12:59: Er beschäftigt sich mit dem, was war oder mit dem ,was sein könnte.
00:13:06: Aber nur selten mit dem was gerade ist.
00:13:10: und deshalb führt der Weg aus dem Nebel oft nicht über noch mehr nachdenken, nicht über nochmal analysieren, nicht Über noch mehr Informationen sondern über Erfahrungen über Bewegung über kleine Schritte über Kontakt zum Körper über Kontakt zum gegenwärtigen Moment, über die Bereitschaft etwas zu tun obwohl noch nicht alles klar ist.
00:13:41: Und das ist eine Erfahrung, die viele Menschen irgendwann machen dürfen.
00:13:47: Klarheit entsteht oft nicht vor dem Handeln.
00:13:51: Klarkeit entsteht durch das Handeln!
00:13:55: Du musst nicht erst den gesamten Weg sehen du musst nicht wissen wie alles ausgeht Du musst nicht jede Kurve kennen.
00:14:06: Manchmal reicht es, den nächsten Schritt zu sehen und denen dann zu gehen.
00:14:15: Vielleicht fehlt ihr also gar nicht Motivation Und vielleicht fehlt dir auch keine Disziplin!
00:14:21: Vielleicht befindest du dich gerade einfach in einem Nebel der sich irgendwann sicher angefühlt hat Der irgendwann mal Sinn gemacht hat und an dem dein Narfensystem festhält.
00:14:37: Und vielleicht darf heute die Erkenntnis entstehen, dass Stillstand zwar Sicherheit verspricht aber Bewegung oft der Weg zurück zu dir selbst ist.
00:14:50: Ich wünsche dir eine wundervolle Woche!
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