#65 Mein 21-Tage-Sommerexperiment: Wie kaltes Wasser mein Nervensystem veränderte.
Shownotes
🧩Sei live dabei am Montag, den 31.08.2026, um 20:00 Uhr bei 'Wenn alles plötzlich Sinn ergibt' Die Teilnahme ist kostenlos: www.julica-valentiner.de/Webinar/
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Warum wir manchmal noch immer an alten Geschichten über uns festhalten – und wie neue Erfahrungen sie verändern können. In dieser Folge nehme ich dich mit in meinen ganz persönlichen Selbstversuch: 21 Tage lang jeden Tag schwimmen im kalten See – obwohl ich eigentlich keine Wasserratte bin und Kälte mir alles andere als liegt. Du erfährst, was mit deinem Nervensystem passiert, wenn es wiederholt neue Erfahrungen sammelt, warum die Reaktion auf kaltes Wasser sehr real und körperlich ist (Stichwort Kälteschockreaktion) und was passiert, wenn unser Nervensystem beginnt, sich an einen Reiz zu gewöhnen. Vor allem geht es aber um eine Frage: Was, wenn ein „So bin ich eben“ irgendwann nicht mehr die ganze Wahrheit ist? Denn Veränderung muss nicht bedeuten, alte Erfahrungen oder Wahrheiten zu löschen. Vielleicht darf dein Nervensystem einfach erfahren, dass noch andere Reaktionen und Möglichkeiten existieren. Eine Folge über Kälte, Wasser, Neuroplastizität, Identität – und 21 Tage, in denen mein Körper etwas Neues gelernt hat. Und vielleicht entdeckst du dabei auch eine alte Geschichte über dich, die einen zweiten Blick verdient.
🧩Sei live dabei am Montag, den 31.08.2026, um 20:00 Uhr bei 'Wenn alles plötzlich Sinn ergibt' Die Teilnahme ist kostenlos: https://www.julica-valentiner.de/Webinar/
Transkript anzeigen
00:00:00: Wenn du meine Familie fragen würdest, ob ich eine Wasserratte bin würden wahrscheinlich alle Anfangen zu lachen.
00:00:08: Ich friere schnell – ich brauche selbst bei warmem Wassergefühl Stunden bis ich endlich drin bin.
00:00:15: und Wasser ist aus verschiedenen Gründen nicht unbedingt ein Ort den mein Nervensystem in meinem Leben mit Sicherheit verknüpft hat!
00:00:25: Und trotzdem bin ich diesen Sommer Einundzwanzig Tage lang, jeden einzelnen Tag in einem See schwimmen gegangen.
00:00:34: Was dabei passiert ist hat mir noch einmal auf ganz neue Art gezeigt wie schnell wir aus einer Reaktion unseres Nervensystems irgendwann ein so bin ich eben machen.
00:00:51: Es ist Zeit für mehr mehr Leben mehr Du mehr Freiheit.
00:00:56: Neuro-Liebe ist dein Schlüssel für ein selbstbestimmtes Leben im Einklang mit deinem Nervensystem.
00:01:01: Verstehen, fühlen, handeln!
00:01:05: Bevor wir loslegen möchte ich heute etwas ganz deutlich vorweg schicken.
00:01:10: Diese Folge ist keine Einladung zum Eis baden und auch keine Aufforderungen morgen in den nächsten kalten See zu springen.
00:01:19: Kaltwasser und insbesondere offenes Wasser in der Natur bringen reale Risiken mit sich.
00:01:28: Und gerade weil ich heute meine persönliche Erfahrung damit teile, ist mir wichtig das ganz klar zu sagen.
00:01:37: Mir geht es heute auch nicht darum dich von Kälte zu überzeugen, mir geht es um was anderes Nämlich um die Frage Was passiert eigentlich wenn unser Nervensystem wiederholt eine neue Erfahrung Mit etwas macht über das es längst eine ziemlich klare Meinung hat.
00:01:58: Wenn du mich schon länger kennst, weißt du vielleicht dass ich gerade aus meiner Sommerpause zurück bin und ich habe diesen Sommer sehr ruhig verbracht!
00:02:08: Viel Natur viel Zeit mit Tieren mit Ziegen wenig Erreichbarkeit Stichwort kein Handy empfangen keinen WLAN Bücher lesen und jeden Tag schwimmen.
00:02:22: Und dieser letzte Punkt ist bei mir tatsächlich alles andere als selbstverständlich.
00:02:27: Wenn du Menschen fragst, die mich gut kennen wie ich zu Wasser und Kälte stehe dann würden die glaube ich immer dasselbe sagen.
00:02:36: Julika ist definitiv keine Wasserratte und friert schnell!
00:02:43: Ich hätte dir wahrscheinlich genau dasselben über mich erzählt denn ich bin eine echte Frostbäule.
00:02:50: Selbst in Ländern, in denen es warm ist und auch das Wasser warm ist, brauche ich oft ewig bis ich endlich drin bin zum Frust meiner Kinder.
00:03:03: Ich liebe allerdings – und das war schon immer so – dieses Gefühl nach dem Baden!
00:03:09: Dieses Gefühl im Körper.
00:03:11: danach fand ich wirklich schon immer großartig Und vielleicht war genau auch das der Grund, warum ich mich trotzdem immer wieder ins Wasser gequält habe.
00:03:23: Denn Wasser ist für mich noch aus einem ganz anderen Grund ein interessantes Thema!
00:03:29: Ich bin in meinem Leben zweimal beinahe ertrunken – einmal als Kind und einmal als Junge Erwachsene.
00:03:37: Beide Situationen waren für mich sehr bedrohlich... Das bedeutet natürlich nicht automatisch, dass jede meiner heutigen Reaktionen auf Wasser darauf zurückzuführen ist.
00:03:51: Aber mein Nervensystem hat definitiv Erfahrungen mit Wasser gesammelt die alles andere als neutral waren.
00:03:59: und wenn dann Wasser- und Kälte zusammenkommen kannst du mich normalerweise eher weniger begeistern.
00:04:08: In meinem Urlaub habe ich aber ein Buch gelesen, in dem es unter anderem um Kälte ging und ich fand vieles daran super spannend gerade im Zusammenhang mit dem Nafensystem.
00:04:21: Gleichzeitig gab's einen Satz der in diesem Buch immer wieder auftauchte Es ist nur in deinem Kopf!
00:04:29: Und ich weiß noch dass sich beim Lesen dachte naja weiss ich nicht dafür fühlt es sich aber ziemlich körperlich an.
00:04:39: Wenn ich in kaltes Wasser gehe, denke ich mir meine Reaktion ja nicht einfach aus.
00:04:45: Sondern das ist wirklich mein Körper der zu mir spricht und sagt findest du das wirklich eine gute Idee?
00:04:51: Denn mein Körper zieht sich dann gerne zusammen, meine Atmung verändert sich.
00:04:56: alles in mir möchte am liebsten sagen so okay reicht komm.
00:05:01: heute ist kein guter Tag schnell wieder raus hier Und genau deshalb fand ich diesen Satz einerseits zu plakativ, andererseits hat er mich nicht mehr losgelassen und etwas herausgefordert.
00:05:15: Also habe ich beschlossen ein kleines Experiment mit mir selbst zu machen!
00:05:22: Ich habe mir vorgenommen, ich gehe während dieses Urlaubs jeden Tag in diesem See.
00:05:29: Egal welches Wetter, egal ob es warm... oder kalt ist, egal ob ich Lust habe jeden Tag.
00:05:37: Und ich kann dir sagen am Anfang fand mein Nafensystem diese Idee ziemlich blöd!
00:05:46: Alles in mir hat sich schon bei der Vorstellung zusammengezogen und es gab durchaus Tage an denen ich dachte warum tue ich mir das ausgerechnet?
00:05:55: In meinem Urlaub an.
00:05:58: Interessanterweise habe ich dabei auch festgestellt, dass ein warmer Tag gar nicht unbedingt leichter ist.
00:06:06: Denn wenn es draußen richtig windig und kalt war und ich im Bikini am Ufer stand, war es manchmal nach dem ersten Schreck im Wasser fast angenehmer weil dort wenigstens nicht dieser kalte Wind war!
00:06:21: Und bei prasselnden Regen in einem See zu schwimmen wären weit und breit.
00:06:26: Niemand anderes dort ist, hat tatsächlich etwas ziemlich Besonderes.
00:06:32: Aber ich hatte mir noch etwas Zweitens vorgenommen und ich glaube das war für mich der wesentlich interessantere Teil dieses Experiments!
00:06:57: Eine Runde schwimmen, schnell wieder raus.
00:06:59: Geschafft Haken drunter!
00:07:01: Denn dann hätte mein Nafensystem vielleicht einundzwanzig Mal dieselbe Geschichte erzählt... Wasser ist furchtbar, Kälte ist fuchbar.
00:07:13: Aber wir können uns dazu zwingen Wir können über diese Grenze gehen und wir überleben das auch.
00:07:19: Das war aber nicht das was ich wollte.
00:07:23: Ich hatte mir vorgenommen, meinem Nervensystem eine neue Erfahrung mit Wasser und Kälte anzubieten.
00:07:29: Und deshalb habe ich angefangen etwas zu tun das sich zunächst ziemlich konträr zu meinem automatischen Impuls angefüllt hat!
00:07:46: Nicht zusammenzuziehen, nicht gegen die Kälte zu kämpfen.
00:07:51: Nicht innerlich schon wieder am Ufer sein obwohl ich gerade erst hineingegangen bin sondern wahrnehmen Ja das ist kalt!
00:08:01: Ja mein Körper reagiert darauf und dann körperlich und mental Die Kälthe und das Wasser ein Stück weit willkommen heißen Mich hinein entspannen meinem System gewissermaßen zu sagen, wir müssen gerade nirgendwo hin.
00:08:22: Wir können einen Moment hier sein!
00:08:26: Das ist sicher auch wenn es sich für dich vielleicht anders anfühlt.
00:08:33: Es ist okay und das faszinierende war.
00:08:38: Es wurde tatsächlich jeden Tag ein bisschen leichter nicht unbedingt linear Nicht jeden Tag exakt gleich.
00:08:47: Aber über diese drei Wochen wurde die Reaktion meines Körpers immer weniger heftig!
00:08:55: Ich konnte irgendwann einfach ins Wasser gehen, meine Runde schwimmen und wieder herauskommen ohne dass mein Körper sofort dieses massive Zusammenziehen produziert hat.
00:09:09: Und auch am Ufer stand ich irgendwann nicht mehr automatisch da und hab geschlottert.
00:09:15: Die Kälte fühlte sich zunehmend, und das ist wahrscheinlich das passendste Wort neutraler an!
00:09:24: Genau hier wird es fachlich interessant.
00:09:28: Denn die unmittelbare Reaktion auf kaltes Wasser ist tatsächlich sehr körperlich.
00:09:33: Dafür gibt es sogar einen Namen – cold shock response also Kälteschockreaktion.
00:09:39: Bei plötzlichen Kontakt mit kalten Wasser kann der Körper unter anderem mit einem unwölkürlichen Einatmen, schnellerer Atmung und deutlichen Veränderungen im Herz-Kreislaufsystem reagieren.
00:09:54: Das ist keine Einbildung und auch kein mangelndes Mindset!
00:09:59: Und jetzt kommt das Spannende – diese Reaktion ist nicht zwangsläufig bei jeder Wiederholung gleich stark.
00:10:06: Unser Nervensystem kann sich an wiederholte Kaltwasserreize gewöhnen.
00:10:12: Dazu gibt es unterschiedliche Studien, die kälte Schockreaktionen untersucht haben und rausgefunden haben, dass man bereits nach nur einzelne Wiederholungen schon eine Besserung der Wahrnehmung erfährt – natürlich mit individuellen Unterschieden!
00:10:33: Und als ich das gelesen habe, dachte ich okay.
00:10:36: Das beschreibt ziemlich gut was sich in diesen einundzwanzig Tagen selbst beobachten konnte nicht?
00:10:43: Es war nur in meinem Kopf sondern mein Körper hat tatsächlich gelernt.
00:10:50: Kälte wird ja inzwischen gerne als der große Vargusnerv Heck verkauft aber es ist komplexer als dass Denn gerade der erste Kontakt mit kaltem Wasser kann zunächst eine ziemlich starke Stressreaktion im Nervensystem hervorrufen.
00:11:10: Gleichzeitig gibt es wissenschaftliche Hinweise darauf, dass Kälte auch mit Veränderungen der autonomen Regulation und erhöhter parasympathischer Aktivität verbunden sein kann das Gefühl nach dem Baden.
00:11:33: Aber für mich war in diesen einundzwanzig Tagen etwas anderes viel spannender als die Frage, ob ich damit meinen Vagusnerv aktivieren kann.
00:11:43: Denn plötzlich musste ich jeden Tag ein bisschen mehr über mich selbst schmunzeln und über diese Wahrnehmung von Ich bin keine Wasserratze Und Wasser und Kälte sind nichts für mich.
00:12:01: Weil das waren ziemlich selbstverständliche Beschreibungen meiner Person, und mein Umfeld hatte diese Identität längst mit übernommen!
00:12:11: Meine Familie konnte am Anfang kaum glauben, dass ich wirklich jeden Tag in diesen See gehe.
00:12:17: Meine Kinder sind inzwischen sogar der Überzeugung, dass sich jetzt definitiv eine Wasserratte geworden bin... Und darüber muss ich tatsächlich sehr lachen, denn so fühlt es sich für mich nun auch wieder nicht an.
00:12:31: Ich bin jetzt nicht der Mensch, der morgens aufsteht und denkt wo ist der nächste eiskalte See?
00:12:37: Aber die alte Wahrheit stimmt eben auch nicht mehr ganz!
00:12:41: Und vielleicht ist genau das etwas was ich aus diesem Sommer mitnehme.
00:12:47: Manchmal beginnt Veränderung gar nicht damit dass eine alte Wahrheit plötzlich falsch wird, sondern damit das sie nicht mehr die einzige Wahrheit ist.
00:13:00: Ich habe diesen Sommer meine mit unertraumatischen Erfahrungen mit Wasser nicht gelöscht und ich hab aus einundzwanzig Tagen auch keine neue Identität gemacht.
00:13:13: aber es ist etwas dazugekommen!
00:13:16: Eine neue Erfahrung Und am Ende waren es einundzwanzig neue Erfahrungen, die mein Nervensystem mit Kälte und Wasser gemacht hat.
00:13:31: Das ist mir wichtig!
00:13:33: Nervensystemarbeit bedeutet für mich nicht eine alte Erfahrung wegzumachen.
00:13:40: Gerade wenn unser System gute Gründe dafür hatte auf etwas mit Schutz zu reagieren, möchte ich diese Reaktion nicht bekämpfen... Aber unser Nervensystem lernt eben nicht nur aus dem, was einmal passiert ist.
00:13:56: Es kann auch aus dem lernen, was heute anders passiert und vielleicht entsteht genau dadurch irgendwann mehr Wahlfreiheit!
00:14:06: Nicht ich darf keine Angst mehr vor Wasser haben, nicht ich muss Kälte jetzt lieben werde ich nie tun sondern vielleicht einfach.
00:14:18: Mein System kennt inzwischen mehr als eine mögliche Antwort darauf.
00:14:23: Und ich glaube, das ist genau für mich!
00:14:26: In diesen einundzwanzig Tagen passiert und damit bleibt eine Frage offen Denn wenn du darüber nachdenkst Ist etwas ziemlich Faszinierendes passiert Der See war derselbe Das Wasser war kalt Ich war immer noch ich und trotzdem war der Output meines Systems an Tag einundzwanzig, ein anderer als am Anfang.
00:14:53: Warum eigentlich?
00:14:54: Was hat sich verändert und warum können zwei Menschen im selben kalten Wasser stehen und körperlich mental und emotional vollkommen unterschiedlich darauf reagieren?
00:15:07: Genau diese Fragen führen mich ziemlich direkt zu einem Thema das mich gerade sehr beschäftigt und zu meinem neuen Webinar passt!
00:15:17: wenn plötzlich alles Sinn ergibt.
00:15:21: Am Montag, den einund dreißigsten August möchte ich mit dir genauer hinschauen warum unser Nervensystem bestimmte Antworten produziert körperlich mental und emotional?
00:15:34: Und warum diese Antworten manchmal plötzlich viel mehr Sinn ergeben wenn wir verstehen worauf unser System eigentlich reagiert.
00:15:46: Und vor allem möchte ich mit dir anschauen, wo wir ansetzen können wenn wir uns einen anderen Output wünschen.
00:15:55: Wenn du dabei sein möchtest findest du den Link zur Anmeldung in den Show Notes.
00:15:59: die Teilnahme ist kostenfrei und vielleicht nimmst Du aus dieser Folge heute einfach diese eine Frage mit Welche Geschichte über dich selbst?
00:16:12: Ist vielleicht wahr aber möglicherweise Nicht die einzige Wahrheit, die dein Nervensystem noch lernen kann.
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